TIMELINE

vor Christus
Eine Reihe von Grabhügeln auf der Moräne des Zimmerbergs zeugen von einer frühen Besiedelung der Gegend. Die Grabhügel stammen aus der hallstattlichen Eisenzeit zwischen 800 bis 500 vor Christus.
Der Ortsname Rüschlikon ist alemannischen Ursprungs. Die Siedlung Růchsil-inchova dürfte bis auf 550 nach Christus zurückgehen. Urkundlich erwähnt wird «Ruochslinchon» und «Ruoslinchoven» aber erst 1153 in einer Urkunde des Bischofs Hermann I. von Konstanz.
Im Staatsarchiv ist in einem Eintrag von 1549 eine «Heilquelle Nidelbad» erwähnt. Ein Badebetrieb «Nidelbad» (später Gast- und Kurbetrieb Belvoir) sowie ein benachbarter Konkurrenzbetrieb «Turbenberg» sind ab Beginn des 18. Jahrhunderts dokumentiert. Der Name «Nidelbad» bezieht sich auf den weissen Schaum, der sich auf dem Quellwasser bildet und ähnlich dem Rahm (Nidel), auf der Rohmilch aufschwimmt.
Es wird vermutet, dass die rote Rüschliker Rose in Anlehnung an die blaue Kilchberger Rose entstanden ist. Diese wiederum wird hergeleitet vom Familienwappen der Edlen von Hottingen, die im Spätmittelalter Inhaber des Kirchensatzes waren. In Rüschlikon stand schon 1721 eine Kapelle, die aber von der Pfarrei Kilchberg betreut wurde. Erst 1864 wird Rüschlikon als selbständige Kirchgemeinde anerkannt.
Der ehemalige Badebetrieb «Turbenberg» wird 1758 in ein dreiteiliges Wohnhaus umgebaut. In einem Hausteil weilt 1874 der Komponist Johannes Brahms einen Sommer lang. Ab Ende des 19. Jahrhunderts lassen sich namhafte Maler und Künstler vom Ort inspirieren und seit 1977 beheimatet es die «Werner Weber Stiftung».
Ab 1875 führt die Linksufrige Zürichseebahn durch die Gemeinde. Die Bahn verbindet Zürich mit dem glarnerischen Ziegelbrücke. In Rüschlikon werden vier Bahnübergänge gebaut, um die Passage zwischen Unter- und Oberdorf sicherzustellen. Bis zum Bau der Eisenbahnlinie wurden viele Güter auf dem Wasserweg transportiert.
Die Nähe zur Stadt, die prächtige Aussicht auf See und Alpen sowie die ausgezeichneten Verkehrsverbindungen begünstigen Ende des 19. Jahrhunderts den Bau von repräsentativen Villen in der Gemeinde. Das «Schloss» Schwarzenbach, die Villa Rotfarb oder die Villa Sprüngli werden von Industriellen gebaut, die in der Textil- oder Schokoladenfabrikation tätig sind.
Die rege Bautätigkeit in der Gemeinde lässt die Einwohnerzahl rasant ansteigen. 1910 wird das markante Primarschulhaus eingeweiht. Heute werden dort Kindergarten- und Mittelstufenklassen geführt.
Die reformierte Kirche erfährt eine umfassende Renovation und kommt in den Besitz einer neuen Kirchturmspitze und Turmuhr.
Die vier Bahnübergänge Bodengasse, Hintergasse, Vordergasse und Marbach werden aufgehoben und durch Fussgängerpassagen sowie eine Unter- und Überführung ersetzt. Die Nidelbadstrasse erhält eine neue Streckenführung und wird verlängert.
Der Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler und seine Frau Adele überführen ihr 45 000 m² grosses Grundstück auf Langhalden in die Stiftung «Park im Grüene» und übergeben den Park der Öffentlichkeit.
Die Villa Bodmer gelangt samt Park in den Besitz der Baptistengemeinde. Sie eröffnen das «International Baptist Theological Seminary», eine internationale theologische Hochschule. Seit 1959 finden Gottesdienste der Baptistengemeinde in der eigenen Kapelle statt.
Das Holzkastenbad, das über fünfzig Jahre lang im See verankert lag, wird durch ein modernes Seebad mit Liegewiese ersetzt.
Im Zentrum wird das Postgebäude von 1910 durch einen modernen Bau ersetzt. Dieser beherbergt neu auch eine Bankfiliale der Schweizerischen Bankgesellschaft.
Am 27. Mai 1966 wird die Nationalstrasse N3 eingeweiht. Die Autobahn auf dem Rücken des Zimmerbergs ist knapp 24 Kilometer lang und verbindet Zürich-Wollishofen mit Richterswil. Mehr als 34 Hektaren Wald und viel Kulturland fallen der neuen Mobilität zum Opfer
Seit 1951 ist die Gemeinde Rüschlikon Mitbesitzerin des zum Hotelbetrieb angewachsenen Gasthauses Belvoir. 1977 stimmt die Gemeinde einem Neubau zu. Das nostalgisch anmutende Gebäude mit Türmchen wird durch einen neuzeitlichen Bau ersetzt. 2008 erfolgt der Verkauf an private Investoren.
Eine Unterführung verbindet neu die Dorfstrasse mit der Seeanlage. Sie ersetzt das 25-jährige Fussgängerprovisorium über die vielbefahrene Seestrasse.
Der globale Rückversicherer erwirbt von den Baptisten Villa und Grundstück des ehemaligen «Bodmerguts». Das Seminarzentrum wird mit einem Gästehaus ergänzt.
Das Forschungszentrum für Nanotechnologie an der Säumerstrasse ist nach den zwei Nobelpreisträgern benannt und wird von IBM und ETH betrieben.
Die Stiftung Abegg Huus ist Trägerin des 1976 erstellten Alters- und Pflegezentrums, das auf dem von Bauer Jakob Abegg vererbten Grundstück an der Alten Landstrasse 68 steht. 2018 wird der Neubau eingeweiht.



















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